Something beautiful
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Worte

Es gibt Sprüche, die sich wie Glassplitter in das Gedächtnis bohren. Weil sie sich festzuhaken scheinen und einem die eigenen Gefühle entgegenspiegeln.

Simply being loved is more than enough. ist so ein Satz. Deswegen habe ich ihn zu meiner Signatur gemacht.

Worte, die sich in einen brennen zu scheinen. Unauslöschlich und unbarmherzig. Und alles nur, weil man für sich selbst ein Stückchen Wahrheit erkennt.

Jemand sprach mich auf diese Worte an, was mich zum nachdenken brachte. Er sagte: "Es mag wahr sein, aber ist es gut, so abhängig von jemandem zu sein?"

Ich habe immer so empfunden, dass die meisten Menschen niemals zufrieden sind in ihrem Leben. Dass sie immer mehr wollen, egal was sie bekommen. Doch kein Job, kein Geld, keine Freunde auf dieser Welt, können einem je den Frieden geben, den das Herz bekommt, wenn es geliebt wird.
Man mag es oberflächlich als abhängig sehen, doch was für eine Abhänigkeit macht einen schon zufrieden? Also ist es das nicht, viel mehr ein weiterer Status der Seele.

Und soweit ich es begreife, habe ich mein ganzes Leben doch nur versucht von einem anderen Menschen aufrichtig geliebt zu werden. Und allein dieser Frieden erscheint mir auf einer besonderen Ebene als genug. Als vollkommen.

Es ist die Sicherheit an schlechten Tagen, wenn die Messer verlockend blinken, der Alkohol die Tränen runterspült, die Schmerzmittelpackung randvoll ist und man sich bei Gedanken ertappt nach dem Essen aufs Klo zu rennen... es ist die Sicherheit, das es genug Frieden in einem selbst gibt, die einen für so etwas stark macht.

Und das mag nur meine Sicht sein und jeder andere auf dieser Welt kann gern an etwas anderes glauben. Aber ich, ich weiß es.
2.1.09 16:08


Game over

Ich habe mich nie als Chefin gefühlt, schon allein weil ich es hasste mit fremden Menschen zu reden. Doch rückblickend sehe ich meine Rolle als eine Art Klebeband, die uns alle zusammen gehalten hat. Doch ich bin ein Klebeband, das nicht mehr klebt. Und es gibt keinen Zusammenhalt mehr. Zumindest nicht mehr für mich.

Für mich gibt es nur noch eine Wand, gegen die ich ständig laufe und auf die jemand "Du hast dich verändert." gesprüht hat. Und ich ertappe mich manchmal an einem traurigen ironischen Lachen, weil gerade die Menschen, die soviel über Toleranz und Verständnis gepredigt haben, nichts von dem zeigen.

Du hast dich verändert. Du bist raus. Du passt nicht mehr dazu mit deinem neuen Ich. Deine ungefärbten Haare und deine angepisste Haltung bei jeder Frage. Deine neuen Bekannten und dein ewiger Zeitmangel. Du hast nie Zeit für uns. Weder erzählst du was, noch hörst du zu. Game over, Süße.

Soll ich einen Spiegel zurückhalten? Oder einen Kalender holen, um all die bitteren Tage anzustreichen? Einen Zettel für leere Versprechen und unterschwellige Vorwürfe? Oder einfach nur eine List erstellen für eure FAQ, die sich alle zwei Wochen wiederholen, obwohl sich meine Situation nicht verändert?

Ich bin pissed, oh ja. Seit Monaten. Über eure Ignoranz und Intoleranz. Über schlechtes Benehmen und herablassende Sprüche.

Und ich weiß, dass der größte Teil der sogenannten "Schuld" bei mir liegt. Denn ich habe mich verändert. Sehr sogar.

Und ich bin stolz darüber.
2.1.09 16:26


Sehnsuchtsplage

Ich denke, der schlimmste Teil des Wahnsinns ist die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach Zerstörung, die Sehnsucht nach Liebe, die Sehnsucht nach Menschen, Dingen und Ereignissen.

Sie sitzt im Herzen und höhlt es aus. Tag für Tag und Stück für Stück. Bis das Herz durchlöchert ist. Sie lässt uns bitter werden und reizbar, ganz so wie ein alte Menschen nach einem bitteren Leben voller Enttäuschungen.

Doch die Löcher werden wund an den Rändern und beginnen zu eitern, bis jeder Atemzug und jedes Blinzeln schmerzt. Bis man innerlich erstickt und der Seele das Wasser zum trinken nimmt.

Es ist ein langsamer und qualvoller Prozess und entweder man ergibt sich oder man löst sich auf, bis nichts mehr von einem übrig ist.
2.1.09 16:32


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